Freitag, 31. Januar 2014

[Rezension] Das verbotene Eden. David und Juna



Titel: Das verbotene Eden. Erwachen

Autor: Thomas Thiemeyer
Preis: 9,99 €
Ebook: 9,99
Verlag: Knaur

ISBN: 978-3-426-50940-1
Sterne: 




          K l a p p t e x t          

Die Menschheit steht kurz vor ihrem Ende. Seit den »dunklen Jahren« leben die Geschlechter in erbitterter Feindschaft. Die Zivilisation ist untergegangen: Während die Männer in städtischen Ruinen hausen, haben die Frauen auf dem Land ein neues, streng abgeschottetes Leben angefangen. Kinder gibt es kaum noch, und wieder drohen neue Kämpfe. Als die 17-jährige Kriegerin Juna ausgesandt wird, einen Gefangenen zu nehmen, stößt sie ausgerechnet auf den jungen Mönch David, der nichts lieber tut, als sich in verbotene Schriften der alten Zeit zu flüchten. »Romeo und Julia« ist seine Bibel – und als plötzlich ein leibhaftiges Mädchen vor ihm steht, reißt es ihn in einen Wirbel der Gefühle. Nichts scheint undenkbarer, gefährlicher, tödlicher in dieser Welt als die Liebe zwischen Juna und David. Und doch ist sie der letzte Hoffnungsschimmer ...
[by Knaur]

          R e z i  z u m  B u c h          

Am Anfang muss man sich zwar in die Geschichte erst einlesen, aber der Schreibstil von Thomas Thiemeyer bleibt dennoch sehr angenehm und flüssig.
Besonders die wechselnde Erzählperspektive trägt sehr gut zum Verständnis der beiden Sichten bei – der Männer und Frauen.

Ich habe schon ein paar Dystopien gelesen, aber Thomas Thiemeyer beeindruckt seine Leser mit einer eher neuen Thematik - der Feindschaft der Männer und Frauen. Das weckte auf jeden Fall mein persönliches Interesse umso mehr.            
Der Titel führt einen in die Irre, denn die Handlung hat überhaupt nichts mit der biblischen Geschichte, wie z.B. von Adam und Eva, zu tun. Vielmehr sind hier Parallelen zu Romeo und Julia von Shakespeare vorhanden: die Liebe zwischen David und Juna, die wegen der geladenen Feindschaft der Geschlechter gefährlich und verboten zugleich ist.          
Thomas Thiemeyer erzählt sehr detailreich und schafft es, dass man sich seine dystopische Welt bildlich vorstellen kann. Besonders faszinierend fand ich seine Recherchen wie z.B. über die Rekonstruktion der Flugmaschine.
Auch wenn es eine ganz spannende und interessante Thematik ist, so fand ich seine dystopische Welt beängstigend und düster. Besonders schockierend fand ich die Lösung für den Nachwuchs: man verabscheut die Männer, aber stellt sich denen zur Verfügung. Wenn man das Kind zur Welt bringt und es ein Junge ist, so übergibt man es dann an die Männern…
Vorhersehbar ist hier nur, dass David und Juna sich verlieben und verbünden werden. Ansonsten lieferte der Autor viele unerwartete Wendungen und fesselnde Szenerien.
Der Autor schafft es Spannung beizubehalten, indem er nicht nur die Sicht der Frauen erzählt, sondern auch die der Männer. Dabei geht er ziemlich gemein vor, indem er das Kapitel mit einen Cliffhanger enden lässt und dann die Sicht wechselt.
Enttäuscht war ich allerdings am Anfang des Buches. Wie bereits erwähnt mag ich die detailreiche Erzählung des Autors, aber der Anfang hat sich sehr lange hingezogen. Man erfährt viele Hintergründe und bekommt ein genaues Bild von allem, aber für mich war es dann doch zu viel. In der ersten Hälfte des Buches haben die beiden Hauptcharaktere überhaupt nichts miteinander zu tun, außer das Juna den ruhigen David von weitem beobachtet und er ihr Bild von den Männern plötzlich in Frage stellt. Eine viel frühere Begegnung der beiden hätte nicht geschadet.
Die Liebesgeschichte von Juna und David fand ich sehr authentisch und geschmackvoll. Obwohl die beiden sich ziemlich schnell mochten, trotz des Hasses auf das andere Geschlecht, so waren ihre Annäherungsversuche doch eher vorsichtig, da die beiden erst lernen mussten sich gegenseitig zu vertrauen.
Der erste Teil der Eden Trilogie hat zwar ein grausames Ende, aber zugleich auch ein gutes, denn es lässt hoffen, dass es doch noch zum Bündnis der beiden Geschlechter kommen kann – somit gibt es, zum Glück, keinen Cliffhanger.

Die siebzehnjährige Juna ist nicht nur eine Kriegerin, sondern auch eine Heldin, die sich sehr für ihr Volk einsetzt. Zudem ist Juna auch eine sehr liebenswürdige und sympathische junge Frau. An ihrer Seite ist ihr Falke Camal, der ihr immer zur Hilfe eilt. Als sie David kennenlernt, beginnt ihr Hass gegenüber den Männern zu schmelzen und plötzlich erkennt sie was das einzig wichtige im Leben ist…
David hingegen ist ein sehr ruhiger Bücherwurm, der das komplette Gegenteil zu den gewalttätigen Männern in seinem Umfeld bildet. Besonders ist er von der Liebesgeschichte „Romeo und Julia“ fasziniert und schleppt das Buch immer mit sich, um in jeder freien Minute daraus zu lesen, obwohl Liebesromane verboten sind. Seine Liebe zu den Büchern macht ihn zu einem sehr charmanten Charakter. Dennoch ist er im Glauben, dass Frauen grausame Hexen sind. Erst als er Juna kennenlernt, die sich um ihn sorgt und ihm das Leben rettet und somit gegen die Gesetze verstößt, fängt er manches zu  überdenken…

Fazit: Eine tolle Dystopie, die mit einer erschreckend guten und neuen Thematik überzeugt, auch wenn die erste Hälfte des Buches sich eher lange hinzieht.

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